Corona-Hilfe

Festo im Kampf gegen Covid-19


Neben Komponenten für Beatmungsgeräte und Schutzmasken beliefert Festo systemrelevante Branchen

VEAE
Ob Sauerstoff, Luft, Stickstoff oder inerte Gase – das Proportionalventil VEAE von Festo regelt Gasströme zuverlässig und präzise. (Foto: Festo)

Festo nimmt vom ersten Tag an seinen gesellschaftlichen Auftrag zur Milderung der Corona-Krise sehr ernst und hat mehrere fokussierte Unterstützungsprojekte gestartet, wie die Entwicklung eines Notfall-Beatmungsgerätes, Unterstützung bei der Schutzmaskenproduktion und der Errichtung eines Notfallkrankenhauses. Zudem bietet der Geschäftsbereich LifeTech ein hervorragendes Portfolio an Komponenten für die Laborautomation sowie für Geräte zur Patientenversorgung. Neben dem Medizinsektor ist es für Festo wichtig, auch die Produktion systemrelevanter Bereiche im globalen Maßstab stabil zu halten.

„Wie zahlreiche andere Unternehmen auch haben wir unsere Mitarbeiter am 13. März auf unbefristete Zeit ins Home-Office geschickt“, erklärt Dipl.-Ing. Dr. h.c. Oliver Jung. „Zwei Fragen haben uns beschäftigt, erstens: Wie können wir als systemrelevanter Komponentenlieferant für die Getränke-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie unsere Produktion weiter aufrechterhalten? Und zweitens: Wie können wir unterstützen?“, ergänzt Jung.

Ein eigens eingerichtetes Entwicklerteam bei Festo hat ein Notfall-Beatmungsgerät entwickelt. Innerhalb weniger Wochen wurde im Home-Office in engem Austausch mit Krankenhausärzten ein funktionsfähiges Beatmungsgerät prototypisch realisiert, dass mittels digitaler Pneumatik funktioniert. Das Notfall-Beatmungsgerät ist technisch fertig entwickelt, hat allerdings keine Medizingerätezulassung. Eine Sonderzulassung für den Notfall wäre möglich, denn das Medizinproduktegesetz erlaubt im Katastrophenfall eine vereinfachte Zulassung der Geräte. Diese werden dann über Behörden den Kliniken zur Verfügung gestellt und nach dem Katastrophenfall wieder aus dem Verkehr gezogen. Glücklicherweise sieht es im Moment so aus, dass dieser Notfall in Deutschland nicht eintritt. Es könnte jedoch, falls eine zweite Infektionswelle eintreten sollte, relativ schnell zur Serienreife gebracht werden. Außerdem stellt Festo das Konzept über seine Landesgesellschaften seinen Kunden und international den Behörden, die es in Serie bringen möchten, zur Verfügung. Erste konkrete Anfragen dazu gibt es bereits aus Indien. Festo stellt grundsätzlich keine Beatmungsgeräte her, liefert aber eine Reihe an Komponenten, die für den Einbau in Beatmungsgeräten geeignet sind, an zertifizierte Hersteller. Hier erreichten das Unternehmen zahlreiche Kundenanfragen aus dem In- und Ausland. Daher ist Festo einer der Hauptlieferanten für Komponenten, die auch an Entwicklungsländer geliefert werden sollen.

Neben dem Notfall-Beatmungsgerät ist Festo auch Lieferant und technischer Berater des Projekts Carola für den Maschinenbauer Mikron.

Mikron Maskenproduktion Detail
Festo liefert für die Herstellung von Schutzmasken elektrische und pneumatische Komponenten und Antriebe, vorrangig aus dem Kernprogramm, die jederzeit lieferbar sind.

Hier wird die Herstellung von Schutzmasken in einem mobilen Fracht-Container vor Ort ermöglicht. Durch die COVID-19-Pandemie herrscht nach wie vor ein Mangel an Atemschutzmasken. In den nächsten Wochen und Monaten wird dieser anhalten bzw. weiter ansteigen, denn ein Großteil muss derzeit aus dem Ausland importiert werden. Die Lieferzeiten belaufen sich momentan selbst bei intakten Lieferketten auf einige Monate. Auf Wunsch kann in einem Seefracht-Container (20-Fuß-Container) eine Produktionsanlage installiert werden, in der das in Rollen angelieferte Rohmaterial (Polypropylen) zu fertigen MNS-Atemschutzmasken verarbeitet wird. Die Auslastung liegt bei ca. 50 Masken pro Minute, das entspricht ca. zwei Millionen Masken pro Monat. Der große Vorteil: Mobil und vor Ort sofort einsetzbar, unabhängig von Importen und langfristig in jedem Krisengebiet implementierbar. Festo liefert hierfür elektrische und pneumatische Komponenten und Antriebe, vorrangig aus dem Kernprogramm, die jederzeit lieferbar sind.

Globale Diagnostikunternehmen und Laboratorien kommen der hohen Nachfrage nach Covid-19-Tests nicht nach. Zu Beginn einer Pandemie wie dieser ist es entscheidend festzustellen, wer das Virus hat, um die Ausbreitung in der Bevölkerung zu begrenzen. PCR-Tests (Virentest) basierend auf Speicheltests können in dieser Phase helfen, Isolierungsverfahren zu ermöglichen, die Basis-Reproduktionszahl (R0) zu reduzieren und die Übertragung zu verlangsamen. „Wir bieten Automatisierungslösungen für typische Test-Workflows, wie das Handling von Probenröhrchen sowie das Pipettieren und Dispensieren von Flüssigkeiten. Bei der Entwicklung der Komponenten legen wir den Schwerpunkt auf hohen Durchsatz, Präzision und Genauigkeit“, so Jung. Zudem werden Geräte für Antikörpertests immer wichtiger. Für diese kompakten mobilen Vor-Ort- Laborgeräte in Arztpraxen, Krankenhäusern usw., sogenannten Point-of-Care- Geräte (POC), liefert Festo z.B. Ventile und Druckregler. Tests in großem Maßstab können den Beschäftigten in Schlüsselpositionen helfen, wieder in die Arbeit zu gehen, mehr gefährdete Menschen zu schützen und schließlich den Lockdown aufzuheben.

Ein weiteres Projekt war das Notfall-Krankenhaus an der Stuttgarter Messe. In Halle 9 wurden für ca. 320 Patienten-Kabinen aufgebaut, in denen Patienten, die noch gehen und selbst atmen können, mit medizinischem Sauerstoff versorgt werden. Festo unterstützte den Malteser Hilfsdienst beim Aufbau und bei der Verteilung des medizinischen Gases an die Patienten. Festo entwickelte eigens dafür ein System zur Versorgung der Patienten direkt in den Kabinen mit entsprechendem Anschluss an die Versorgungsringleitung. Ein freiwilliges Team übernahm auch die Montage vor Ort. Das Krankenhaus wurde Ende April abgebaut, da die befürchtete Überbelegung in den Krankenhäusern ausblieb.

Neben dem Medizinsektor ist es für Festo wichtig, auch die Produktion systemrelevanter Bereiche im globalen Maßstab stabil zu halten. Eine weitere Task Force Supply Chain tut alles dafür, die Produktion und Logistik im weltweiten Verbund auszusteuern. „Unsere Produkte werden zum Beispiel in der Getränkeindustrie im Rahmen der Fülltechnik sowie bei den Nahrungsmittelherstellern im Rahmen der Verpackung eingesetzt, darüber hinaus in Waschanlagen für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie in der Verpackungstechnik von Medikamenten in der Pharmaindustrie“, berichtet Jung.

Quelle: Presseportal Festo

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